Donnerstag, 30. Dezember 2010

Narben..

Und dann sitze ich da. In meinem Bett, die Klinge liegt schon neben mir. Ich lausche, ob auf dem Flur jemand ist, aber wer sollte dort nachts um 4 noch sein? Dann schiebe ich den Ärmel meiner Jacke hoch. Sehe noch die Wunden vom letzten Mal. Ich nehme das kleine Stück Silber in meine Hand und drücke es in meinen Arm. Das Blut sickert heraus und ich spüre ein kleines Stück Freiheit. Noch ein Schnitt und noch einer. Ich atme frei und unbeschwert. Ich sehe die rote Flüssigkeit laufen, ich fühle mich gut.

Doch später, wenn das gute Gefühl abebbt, dann fühlt man sich nur noch schlecht. Eigentlich weiß man, dass Schneiden nicht hilft oder wenn, dann nur für einen kurzen Moment. Es hinterlässt hässliche, eklige Narben. Aber warum tut man es trotzdem immer wieder? Warum schmeißt man alle guten "Vorsätze", es zu lassen, über Bord, wenn der Druck zu groß wird. Wie staut er sich und was geht in einem vor? Was tun, wenn es wieder soweit ist und keiner da ist, der einen abhält?
Manchmal habe ich das Gefühl auseinander zu fallen, weil niemand da ist, der mich zusammenhält. Ich hab Angst vor meinen eigenen Gefühlen. Am besten wäre, ich wäre niemals mit mir allein.

"Schmerz schärft alle meine Sinne,
Jede Faser ist gestimmt.
Und ich hör den Körper singen,
wenn der Schmerz die Last mir nimmt.

[...]
Glück durchströmt den ganzen Körper,
Schmerz treibt jeden Schmerz heraus.
Um auf diese Art zu fühlen,
nehm ich all das Leid in Kauf."

(Subway to Sally - Narben)

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